Tag 9

Tag 9

Von Verkhnetulomsky nach Loukhi

Start KM: 101'579

End KM: 102'158

Gefahrene KM: 577

Spritverbauch: 12,3 l/100km

Mensch wohlauf - Rad vorne rechts poltert immer noch

 

Heute sollte es also endlich so richtig nach Russland gehen. Auf dem Plan stand der erste Atomeisbrecher der Welt "Ledokol Lenin" - unsere Tageschallenge. Wir sind gegen 10:30 aufgebrochen, die Nacht war erwartungsgemäss sehr ehrholsam, so dass wir also gut Kraft für den heutigen Tag gesammelt hatten.

Die Strecke von Verkhnetulomsky nach Murmansk war einfach eine Fortsetzung von dem, was wir bereits kannten. Nach gut 1h waren wir in Murmansk und haben uns direkt in Richtung Fischereihafen begeben. War nicht ganz korrekt, ich musste nochmal nach dem Weg fragen - aber dann haben wir den Eisbrecher gefunden. Dieser war durch zig Autos der anderen Teams gut markiert. Wir haben schnell die Beweisfotos geschossen und dann vom Hafen aus das "Alyosha Denkmal" vom Hafen aus gesehen. Da mussten wir auf jeden Fall noch hin. Grob die Richtung angepeilt und auf ging's.

Das Denkmal (eine Statue) ist riesig gross und es gibt einen fantastischen Ausblick auf die Stadt, den Hafen und das Nordmeer. Die Statue ist ist ein typisches Beispiel für die Heldenverehrung in Russland. Topp gepflegt und mit roten Nelken geschmückt. Ich fand's sehr imposant.

Wo wir gerade bei Helden waren... Eine unserer Challenges war ja auch die "Posiere wie Lenin auf einem Bild" Aufgabe. Da haben wir uns gedacht, dass wir doch lieber eine Lenin Statue nehmen - wirkt doch gleich viel plastischer. Diese Statue fanden wir mitten in der Stand und haben schnell die Fotos geschossen.

Nun hatte ich noch meine persönliche Challenge. Ich war immer noch auf der Suche nach einer grünen Versicherungskarte (Haftpflicht in Russland) für mein Auto. Laut meiner Versicherung kann man die überall hinter der Grenze kaufen. Das stellte sich als falsch raus. Ich mach's mal kurz: ich habe 1h lang in 2 Hotels versucht nähere Infos zu bekommen. Keine Chance, noch dazu war ja auch Sonntag. Also wer immer nach Russland mit eigenem Auto fährt. Versucht um Gotteswillen diese sch... grüne Karte daheim zu bekommen (aufpassen, das "RUS" nicht gestrichen ist).

Nun mussten wir ja langsam mal weiter in Richtung Süden. Ziel war eine nette Hütte in der Nähe von Zelenoborsky.

Die Fahrt dorthin über die E105  war recht entspannt. Die E105 ist in einem sehr guten Zustand, so dass wir gut Strecke machen konnten. Die Landschaft südlich von Murmansk ist auch noch interessant, viele schneebedeckte Berge verschönern den Ausblick auf den Horizont.

Kurz hinter Zelenoborsky mussten wir abbiegen zu unserer Hütte. Es ging noch kurz durch das Dorf (oder Stadt) und dann in Richtung Wald. Was uns dort an Strecke erwartete ist mit Worten schwer zu beschreiben. Es handelte sich um einen Waldweg mit Löchern und Steinen bei dem ich mich gefragt habe, wie man dort ohne Geländewagen lang kommen soll. Es hat uns trotz Schrittgeschwindigkeit ordentlich durchgeschüttelt und trug sicher nicht der Verbesserung des angeschlagenen rechten Vorderrades bei. Das grösste Problem aber war, dass wir zwar die Hütten gefunden hatten, dort aber keine Rezeption war. Also wieder zurück auf die Hauptstrasse und einen Plan B ausdenken. Der bestand - bestechend einfach - darin, mal weiter zu fahren, bis wir irgendwas zum schlafen finden würden. Blöderweise wurde es immer später und die Wahrscheinlichkeit um zwölf noch ein Hotel mit offener Rezeption zu finden wurde immer geringen. 

Irgendwann kam dann das erlösende Schild mit dem Bett in der Ortschaft "Loukhi". Der Ort wirkte recht trostlos und liess uns nicht das beste für das Hotel hoffen. Als wir das Hotel dann von aussen gesehen haben, wurden die Stirnfalten noch tiefer. Von aussen reihte sich das Hotel nahtlos in die trostlose Landschaft ein. Egal - den Luxus der Wahl hatten wir nicht. 

Glücklicherweise war das Hotel von innen in einem freundlichen Zustand und pikobello sauber. Zu unserer Überraschung haben wir noch ein anderes Team getroffen, die an der Bar mit einem Angler aus Estland am erzählen waren. 

Nun also noch den Verwaltungsakt des Eincheckens (Dokumente!) und das Auto parkieren (2. Verwaltungsakt).

Mit dem netten Angler aus Estland konnten wir dann noch unsere Tausch-Challenge fortsetzen und konnten unsere schweizer Sackmesser gegen eine Flasche Whisky eintauschen.

Nun tauchten noch 2 Freunde (aus Weissrussland) vom Angler auf und der Abend wurde lang und meine Sprachkennnisse besser...

Für morgen steht als Ziel Petrosawodsk auf dem Plan... der Weg ist weit.