Tag 4

Von Strömsund über den Polarkreis nach Kiruna

Start KM: 98'553

End KM: Muss ich noch nachschauen

Gefahren: über 700km

Startzeit: 08:45

Ankunft: ca. 20:00

Spritverbrauch: wird besser (ca. 11,8l/100km)

Maschine wohlauf - Mensch müde

 

Heute mussten wir uns entscheiden: Fähre oder Festland. Die Fähre geht von Bodo nach Moskenes (?). Der Landweg über Kiruna und Narvik zu unserer Partylocation. Die Entscheidung musste bis Arvidjaur gefällt werden - dort geht's links oder rechts. Wir entschieden uns für rechts und den Weg nach Kiruna. Somit sind wir nicht auf irgendwelche Fährzeiten angewiesen. Ausserdem haben wir uns nach dem kalten und regnerischen Abend gestern überlegt, wie schön es doch mal wäre, wieder eine Nacht in einem Hotelbett zu schlafen.

Die Challenge of the day - ein alter Klassiker, der sich gut mit der Fahrerei verträgt: "Transportiere eine offene Dose Surströmming 200km in deinem Auto"

Also, rein in den Supermarkt, und nach Surströmming gefragt. Die Verkäuferin konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen - Touristen halt :-)

Wir entschieden uns, die Dose erstmal ein Stück geschlossen zu transportieren, da wir diese nicht in bewohnter Gegend öffnen wollten (wir sind da sehr fair...). 

Nun gibt es im Internet zahlreiche Videos über diese Legende. Mutproben, Kotzwettbewerbe aber auch richtige Verkostungen. Der heisseste Tipp lautet: Zünde den Knaller unter Wasser und trage dabei Gummihandschuhe. Wir haben uns also ein schönes unbewohntes Ufer gesucht und die Dose unter Wasser geöffnet (mit unserem getauschten Messer). Erste Riechproben ergaben einen sehr unangenehmen Geruch - so eine Mischung aus Schweinescheisse, Schwefelwasserstoff und vergammeltem Fisch. Fies - aber von Kotzattacken waren wir weit entfernt. Eines ist aber absolut sicher: Alles, was mit der Brühe oder dem Fisch in Berührung kommt, riecht einfach penetrant nach diesem Zeug.

Um den Wiederverkaufswert des Chevys nicht ins Bodenlosen fallen zu lassen, haben wir die Dose auf eine Tüte gestellt um eine eventuelle Kontamination des Armaturenbretts zu vermeiden und sind vorsichtig los gefahren - 200km vor uns. Die ersten 100km waren angenehm, konnten wir doch aufrund des schönen Wetter die Scheiben offen lassen. Wir haben zusammen mit der offenen Dose sogar noch den Polarkreis überquert. Nach dem Polarkreis wurde es kalt und regnerisch. Die Kombination aus Surströmming, geschlossenen Fenster und aufgedrehter Heizung wurde zu Geduldsprobe.  Natürlich haben es uns nicht nehmen lassen, vor der Entsorgung mal einen kleinen Happen dieser Delikatesse zu probieren. Fazit: Er riecht 100x schlimmer, als er schmeckt. Es schmeckt einfach extrem salzig.

70km nach der Entsorgung des Surströmming sind wir in Kiruna angekommen und haben uns ein Hotel gesucht. Ich kann nur sagen, dass ich froh bin, endlich mal wieder:

1. im dunkeln zu liegen

2. weich zu liegen 

3. mehr als 5h schlafen zu können (hoffentlich)

Die kurzen und hellen Nächte zehren an der Kraft und die eintönige Fahrerei über hunderte von Kilometern verstärkt die Müdigkeit noch weiter.

In diesem Sinne: Gute Nacht!